Nach jedem Sturz insbesondere nach einem Aufprall auf ein Hindernis kann ein Schwingenschaden eingetreten sein. Auch bei gebraucht gekauften Motorrädern kann bereits ein Schwingenschaden vorhanden sein. Mit bloßem Auge ist dies in der Regel nicht erkennbar.
Innerhalb der Fahrwerksvermessung (siehe oben) wird ebenfalls der Zustand der Schwinge analysiert. Ein Schwingenschaden ist durch Verwindung von Hinterradachse zu Schwingenachse definiert, der unterschiedliche Auswirkungen wie Pendelneigung oder fehlender Geradeauslaufhaben kann. Weiterhin bewirkt diese Fehlstellung (Versatz des Radaufstandpunktes durch Schrägstellung des Hinterrades) einen schrägen Kettenlauf und somit einen erhöhten Kettenverschleiß.
Innerhalb einer Schwingenreparatur werden folgende Arbeitsschritte durchgeführt.
Feststellung der Reparierbarkeit
Nach Feststellung einer Schwingendeformierung wird das Motorrad mittels Adaptern in der Rahmenrichtbank fixiert. Alle nicht temperaturbeständigen und entflammbare Anbauteile wie Gabel, Sitzbank usw. werden demontiert. Anschließend wird die Reparierbarkeit festgestellt, in dem die Schwinge auf Risse oder sonstige sichtbare Beschädigungen durch Fremdeinwirkung geprüft wird.
Folgende Arbeitsschritte werden im Allgemeinen durchgeführt.
Die Pfeile an der Meßvorrichtung zeigen die Fehlstellung vor Beginn der Reparaturarbeiten
Fixierung des Rahmens
Die Fixierung des Rahmens in der Richtbank wird mittels Abstützbügel massiv erweitert, so dass der Rahmen in dem fixierten Bereich bei der Krafteinleitung stabil bleibt.
Mit Abstützbügel fixiertes Motorrad zur Reparatur einer Verwindung der Schwinge.
Schwingenverwindung korrigieren
Anschließend wird in mehreren Richtschritten, im erwärmten oder kalten Zustand der Schwinge, die Fehlstellung mittels hydraulischem Druckzylinder korrigiert.
Reparatur der Schwingenverwindung mittels hydraulischem Druckzylinder.
Nach Abschluß der Reparaturarbeiten.zeigt die Meßvorrichtung keine Differenzen mehr an.