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Geometrie
Dämpfungselemente
Mechanischer
Aufbau
Reifen und
Felgen
Tuning-Bereich GEOMETRIE
Die Grundfahreigenschaften eines Motorrad-Fahrwerks
werden unter anderem durch die Geometrieparameter
wie z.B. Lenkkopfwinkel, Nachlauf, Schwingenwinkel,
Schwingenlänge und Radstand bestimmt.

Neben den reinen Geometriegrößen spielen selbstverständlich
die Gewichtsverteilung und die Lage des Gesamtschwerpunkts eine
überaus wichtige fahrphysikalische Rolle.
Lenkkopfwinkel
Der Lenkkopfwinkel entspricht dem Winkel der Lenkachse zur horizontalen
Ebene.
Weiterhin ist der Rahmenwinkel als konstruktive Größe
(werkseitig konstruiert und gebaut und in der Regel nicht einstellbar)
relevant, der den Winkel (normalerweise 90°) von der Lenkachse
zum Schwingendrehpunkt beschreibt.
Auch der Lenkkopfwinkel unterliegt Fertigungstoleranzen in einer
Größenordnung, die sich bereits negativ auf das Einlenkverhalten,
das Handling, die Balancierbarkeit und die Stabilität in der
Kurvenlage auswirken können. Mittels einer stufenweisen Niveauanpassung
der Front- und/oder Heckhöhe, durch Änderung des Gabelüberstandes
und/oder der Heckhöhe wird die Position des Rahmens gegenüber
der horizontalen Ebene geändert und somit der Lenkkopfwinkel
verbessert. Hierdurch sind in der Regel keine konstruktiven Änderungen
(Einbau neuer Teile) notwendig.
Auch der Rahmenwinkel unterliegt Fertigungstoleranzen. Eine Fehlstellungsbehebung
gestaltet sich hier aufwändiger und ist nur durch Einbau neuer
Lagerschalen in Kombination mit Verkleinerung des Lenkachsendurchmessers
zu erzielen.
Durch Optimieren des Lenkkopfwinkels kann ein spürbar besseres
Handling ohne Stabilitätverlust erreicht werden.
Nachlauf des Vorderrades
Der
Nachlauf des Vorderrades beschreibt die Distanz zwischen Lenkachse
und Lotrechten der Vorderradachse.Der Nachlauf ist eine Größe
die sich aus dem komplexen Zusammenwirken von Lenkkopfwinkel, Gabelbrückenversatz,
Durchmesser des Vorder- und Hinterrads und des Schwingenwinkels
ergibt.
Optimierungsmöglichkeiten
Ist der Nachlauf außerhalb des optimalen Bereiches, so treten
negative Lenkeigenschaften wie untersteuern oder übersteuern
auf. Ein nicht korrekter Nachlauf vermittelt entweder ein stures
oder ein übersensibles Lenkverhalten, es ermöglicht eben
kein homogenes präzises Lenkverhalten mit hoher Zielgenauigkeit.
Durch eine optimale Niveauanpassung der Fronthöhe über
den Gabelüberstand sowie der Heckhöhe über Federbeinlängenverstellung
und/oder Änderung von Hebeleikomponenten ist eine Änderung
des Nachlaufs bis zu 20 mm zu erreichen. Sollte mit den gegebenen
Komponenten keine ausreichende Einstellung möglich sein, müssen
Optimierungen der Gabelbrücken vorgenommen werden. Durch Optimierung
des Nachlaufes werden die negative Fahreigenschaften Untersteuern
oder Über-steuern behoben, so daß ein homogenes und präzises
Lenkverhalten erreicht wird.
Gabelbrückenversatz
Der Gabelbrückenversatz ist die Distanz der horizontalen Mittellinie
beider Gabelholme bis zur Mitte der Lenkachse, also das Maß,
um das die Gabelholme gegenüber der Lenkachse versetzt sind.
Optimierungsmöglichkeiten
Wurden durch Niveauanpassungen keine ausreichenden Optimierungsergebnisse
im Nachlaufbereich erzielt, so besteht die Möglichkeit durch
eine Änderung des Gabelbrückenversatzes dies zu erreichen.
Kann die vorhandene Gabelbrücke für die Modifikation gemäß
den Änderungsvorgaben aus der Opti-mierungssimulation verwendet
werden, so wird diese mechanisch bearbeitet. Hierbei werden die
vor-handenen Bohrungen verschlossen und neue Bohrungen gemäß
den Änderungsvorgaben gefräst. Basis hierfür sind
detaillierte Konstruktionszeichnungen in einem CAD-System.
Ist die Modifikation der vorhandenen Gabelbrücke aus Betriebsfestigkeitsgründen
nicht möglich, so muß eine neue Gabelbrücke gemäß
den Konstruktionsvorgaben auf Basis der Simulationsergebnisse maßgefertigt
werden.
Durch Optimierung des Nachlaufes werden die negative Fahreigenschaften
Untersteuern oder Über-steuern behoben, so daß ein homogenes
und zielgenaues Lenkverhalten erreicht wird.
Radstand
Als Radstand bezeichnet man die Strecke
von Vorderradachsenmitte bis Hinterradachsenmitte.
Liegt der Radstand in einem ungünstigen Bereich, hat dieser
negative Auswirkungen auf die Hochge-schwindigkeit, Bremsstabilität
und Agilität des Motorrades. Ebenfalls wird durch eine Niveauanpas-sung
der Front- und/oder Heckhöhe, evtl. verursacht durch Optimierungsmassnahmen
in anderen Bereichen, Einfluß auf den Radstand ausgeübt.
Durch Verkürzung oder Verlängerung der Kettenlänge
kann der optimale Radstand eingestellt wer-den. Hierzu ist ein verschieben
der Hinterradachse in der Achsenführung notwendig. In seltenen
Fäl-len kann eine Verlängerung der Achsenführung
durch Fräsarbeiten notwendig werden.
Bei einem optimalem Radstand erhält das Motorrad absolute Hochgeschwindigkeits-
und Bremsstabilität und wesentlich mehr Agilität.
Schwingenwinkel
Der Schwingenwinkel ist durch den Winkel
der Schwinge (Linie zwischen Schwingenachsenmitte und Hinterradachsenmitte)
zur Fahrbahnebene definiert.
Der Schwingenwinkel beeinflußt den Lenkkopfwinkel, den Nachlauf
des Vorderrades, den Radstand und hat entscheidende Auswirkungen
auf die Kraftübertragung des Hinterrades auf die Fahrbahn.
Man muß an dieser Stelle erwähnen, daß der Schwingenwinkel
eine bedeutende Größe im Gesamt-konzept Fahrwerk darstellt
und im Zusammenhang mit den anderen Geometrieparametern harmonieren
muß.
Eine Schwingenwinkelanpassung wird durch Änderungen des Federbeines
und durch Anpassungen in der Hebelei erreicht.
Nach einer Optimierung des Schwingenwinkels ist insbesondere eine
Verbesserung bei der Kraftübertragung des Hinterrades zu vermerken.
Spurversatz
Der
Spurversatz ist die Strecke der Mittelebene des Hinterrades bezogen
auf die Mittelebene des Vorderrades, gemessen an der Mittelachse
des Vorderrades. Bei einem Spurversatz läuft das Hinterrad
schräg zur Fahrtrichtung.
Bei Fahrwerken mit Zweiarmschwingen ist das Hinterrad innerhalb
eines definierten Bereiches über die rechte und linke Kettenspannvorrichtung
verstellbar. Hierdurch wird auch die Mittelebene des Hinterrades
eingestellt.
Durch Fertigungstoleranzen verursacht können die Markierungen
an den beiden Kettenspannvorrichtungen ungleich sein, so daß
dies bei vorgeschriebener Einstellung, ausgerichtet an den ungleichen
Markierungen, zu dem Spurversatz führt.
Eine minimal falsche Einstellung an den Kettenspannvorrichtungen
am Hinterrad führt zu einer vielfach größeren Abweichung
am Vorderrad in Form des gemessenen Spurversatzes. So kann eine
falsche Einstellung von 3 mm einen Spurversatz von 18 mm bewirken.
Bei einem Spurversatz im unteren Bereich korrigiert der Fahrer diesen
Schräglauf ständig unbewusst über die Lenkung. Bei
einem Spurversatz im oberen Bereich führt es bei höheren
Geschwindigkeiten zu einem Aufschaukeln, bzw. zu einem Pendeln des
Motorrads. Weiterhin ist ein nicht neutrales Links-/Rechtseinlenkverhalten
zu verzeichnen, weil durch die Schrägstellung des Hinterrades
bereits das falsche Einlenkverhalten vorgegeben wird.
Nach einer Fehlstellungsprüfung kann der Spurversatz unter
Berücksichtigung der Radaufstandspunkte durch Einrichten der
Radebenen korrigiert werden und der Geradeauslauf des Motorrads
ist hergestellt.
Radaufstandspunktversatz
Optimalerweise
befinden sich die Radaufstandspunkte des Vorderrades und des Hinterrades
auf der geographischen Mittellinie.
Durch
- die Eindistanzierung des Vorderrades
zwischen den Gabelholmen, durch
eine Verdrehung der Lenkachse zur Schwingenachse,
- die Eindistanzierung der Schwinge im
Rahmen,
- der Eindistanzierung des Hinterrades
in der Schwinge und
- der Verdrehung Hinterradachse zur Schwingenachse
können Fehlstellungen entstehen,
die ebenfalls zu einem nicht neutralem Links-/Rechts-Einlenkverhalten
führen können.
Nach einer Fehlstellungsprüfung kann der Radaufstandspunktversatz
unter Berücksichtigung der Kettenflucht und des Spurversatzes
durch eine korrekte Eindistanzierung korrigiert werden .
Das Ergebnis ist ein neutrales Links-/Rechts-Einlenkverhalten, das
subjektiv am Anfang unter Umständen wegen der verinnerlichten
Fahrwerksschwächen nicht als Verbesserung erfahren wird. Die
Praxis hat jedoch gezeigt, das nach Korrektur der Fehlstellung wesentliche
Einlenkverbesserungen objektiv spürbar sind.
Eine häufige Fehlerquelle für ein nicht Neutrales Links
Rechts Einlenkverhalten ist eine Seitliche Verwindung der Lenkachse
gegenüber der Schwingenachse, eine Verdrehung des Rahmens.
Bei Kardan-angetriebenen Motorrädern ist oft aus Platzgründen
konstruktiv ein gewisser Radauf-standspunktversatz vorhanden und
konstruktiv notwendig.
Versatz des Sekundärantriebs, der
Kettenflucht
Als Primärantrieb wird die Übersetzung
im Getriebe bezeichnet. Der Sekundärantrieb bezieht sich auf
die mit der Kette verbundenen Vorder- und Hinterzahnräder.
Bei einem Versatz des Sekundärantriebs befindet sich das vordere
und hintere Zahnrad nicht in einer Flucht. Ab einem gewissen Schräglaufwinkel
wirkt sich die höhere Reibung der Kette stark leistungsmindernd
aus und verkürzt die Lebensdauer der Kette.
Hat die Vermessung des Motorrads einen Versatz des Sekundärantriebs
ergeben, kann dieser durch eine korrekte Anpassung der horizontalen
Distanz korrigiert werden. Hierbei dürfen korrekte Radaufstandspunkte
nicht verändert werden.
Ein exakter Geradelauf der Kette wirkt sich positiv auf die Leistungsübertragung
und die Lebensdauer der Kette aus.
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