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Fehlstellungsprüfung
Geometrie
Dämpfungselemente
Mechanischer
Aufbau
Reifen
Die Fehlstellungsprüfung
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Warum Fehlstellungsprüfung?
Das Motorradfahrwerk
wird zum Aufspüren von Fahrwerksschwächen
bzw. Fahrwerksfehlstellungen wie bspw. übermässiges
Lagerspiel, unkorrekte Dämpfungsabstimmung, falsche
Geometrie-Einstellungen oder mangelhafte Serienfertigung
der Fehlstellungsprüfung unterzogen, die Voraussetzung
für eine professionelle Fahrwerksoptimierung ist.
Als Ergebnis wird ein Messprotokoll erzeugt.
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Aufnahme der optimierungsrelevanten Istwerte
Die Fehlstellungsprüfung
beginnt mit der Zustandserfassung der optimierungsrelevanten
Werte, die ohne Vermessung ermittelt werden können,
wie bspw. die Reifengrößen, den Gabelüberstand
und die Heckhöhe. Außerdem werden die individuellen
und allgemeine Ansprüche, die an das Fahrwerk gestellt
werden, abgeklärt.
Individuelle Ansprüche
an das Fahrwerk:
Solo oder mit Sozius fahren, mit oder ohne Gepäck
fahren, die persönliche Neigung zu einer strafferen
oder komfortableren Abstimmung, wie hoch ist das Gewicht
des Fahrers, des Sozius und des Gepäcks.
Allgemeine Ansprüche an Strecken:
Auf welchen Strecken soll gefahren werden: nur auf öffentlichen
Straßen, auf öffentlichen Straßen und
Rennstrecken ode nur auf Rennstrecken. Handelt es sich
bei Rennen um Hobby- oder Profimeisterschaften?
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| Ermittlung
der Felgenbreite |
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Messen
des Gabelüberstands |
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Heckhöhe
ermitteln |
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Ermittlung des Negativfederwegs
Der Negativfederweg
wird unter Berücksichtigung des Fahrergewichts
ermittelt.
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| Messen
des Negativfeder-wegs der Gabel |
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Messen
des Negativfeder-wegs am Federbein |
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Analyse der Dämpfungselemente mittels Druckprobe
Die Dämpfungselemente
werden mittels einer Druckprobe einer ersten Analyse
unterzogen.
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| Druckprobe
vorne |
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Druckprobe
hinten |
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Die Fahrwerk-Vermessung
Bei der Fahrwerk-Vermessung
werden die Istwerte der Fahrwerksgeometrie einschließlich
der Verwindung von Gabel, Rahmen und Schwinge ermittelt
und festgehalten.
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Fixierung des Motorrads für die Vermessungsdurchführung
Das Motorrad wird
am Vermessungsplatz für die Prüfung des mechanischen
Aufbaus und die Vermessungsdurchführung fixiert,
wobei das Vorderrad freischwebend, d.h. ohne Bodenkontakt
positioniert werden muss.
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| Freischwebende
Fixierung des Motorrads |
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Prüfung des mechanischen Aufbaus
Das Motorrad wird am Vermessungsplatz
für die Prüfung des mechanischen Aufbaus und
die Vermessungsdurchführung fixiert, wobei das
Vorderrad freischwebend, d.h. ohne Bodenkontakt positioniert
werden muss.
Es erfolgt die Erstanalyse
des mechanischen Aufbaus durch Zustandsprüfung
der Lager:
- Prüfung der Lenkkopflager
- Prüfung der Radlager
von Vorder- und Hinterrad auf Rattern, mangelnden
Gleichlauf, Lagerspiel oder sonstige Laufgeräusche
- axialer Gleichlauf der
Felgen und Bremsscheiben
- Kontrolle der Schwingenlager
auf axiales Spiel
- Kontrolle der Hebelei
und Federbeinlagerung auf Spiel.
Anmerkung: Durch die
Erstanalyse des mechanischen Aufbaus kann nur eine Erstaussage
getroffen werden. Bei Aussagen des Fahrers über
das (Fehl-)Verhalten des Motorrades ist unter Umständen
eine nähere Kontrolle durch zerlegen der Lagerstellen
notwendig.
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| Kontrolle
des Schwingenlagers auf axiales Spiel |
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Kontrolle
der Hebelei und Federbeilagerung auf Spiel |
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Vorbereitung der Vermessung
Das Motorradfahrwerk
wird für die Vermessung mittels folgenden Aktionen
vorbereitet:
anbringen von Messpunkten an Felgen, Reifen und Lenker
Ermittlung von Mittelpositionen der Achsen mittels Messpiloten
und zur Hilfenahme eines Messwerkzeuges zur Bestimmung
des Achsenverlaufs der Zentrumsachse/Schwingenachse.
Weiterhin wird das Messgerät für die Vermessung
vorbereitet:
- Initialisierung des Messgerätes
(Theodolit), durch ausrichten der linken und rechten
Messposition auf Winkel- und Ebenendifferenzen des
linken und rechten Messpunktes.
- Eingabe von Motorradkomponentenwerten
wie bspw. Felgenbreite
- Eingabe der Meßzielgrössen
wie bspw. Schwinge, Kettenflucht, Ritzeldrehpunkt.
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| Einen
Meßpunkt auf Felge anbringen |
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Gesamtsicht
der Meßpunkte auf einer Felge |
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Meßpunkte
am Rad |
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| Meßgerät
initialisieren (linke Seite) |
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Meßgerät
initialisieren (rechte Seite) |
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Initialwerte
im Meßsystem eintragen |
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Durchführung der Fahrwerk-Vermessung
Auf Grund der eingegebenen
Zielmeßgrössen fordert das Messgerät
die manuelle Fixierung der Messpunkte an. Der Durchführende
muß mittels dem Optikbaustein des Theodoliten
die einzelnen Messpunkte erfassen und die punktgenau
Fixierung mittels Tastendruck bestätigen. Folgende
Messpunkte werden erfasst: 3 Messpunkte an der Hinterradfelge,
1 Messpunkt am Hinterreifen, 1 Messpunkt Schwingenachse
links, 3 Meßpunkte schwingenachse rechts, 3 Messpunkte
Vorderradfelge, 1 Messpunkt Vorradreifen, 3 Messpunkte
Lenkachse, 1 für Motorradhöhe vorne. Mittels
dieser Fixierungen errechnet ein Computersystem die
Geometrie, den Winkelversatz, den Radaufstandspunktversatz
und den Spurversatz. Alle Daten werden im Messprotokoll
festgehalten.
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| Messung
vorne |
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Messung
hinten |
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Analyse und Diagnose der Vermessungsergebnisse:
Verdrehung/Versatz
der einzelnen Komponenten
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| Verhältnis von Meßpunkten |
Aussage über Fehlstellungen |
| Verhältnis/Verdrehung der Lenkachse zur Schwingenachse |
Aussage über seitliche Verwindung oder Stauchung
des Rahmens |
| Verdrehung des Hinterrades zur Schwingenachse |
Verdrehung der Schwinge |
| Verdrehung Vorderrad zu Hinterrad |
Verdrehung der Ebene des Vorderrades zu Ebene des Hinterrades |
| Verdrehung von Vorderrad zu Lenkachse |
Verwindung im Gabelverbund |
| Versatz der Hinterradmittelebene zur Lenkachse |
<in Arbeit> |
| Radaufstandspunktversatz |
<in Arbeit> |
| Versatz des Vorderrads zur Lenkachse |
<in Arbeit> |
| Spurversatz |
<in Arbeit> |
| Winkelversatz Hinterradebene zu Schwingenachse |
<in Arbeit> |
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Geometrieparameter
- Lenkkopfwinkel
- Nachlauf
- Versatz der Gabelbrücken
- Radstand
- Rahmenlänge, die Strecke der
Lenkachse (im 90° Winkel) zur Schwingenachse
- Schwingendrehpunkthöhe
- Schwingendrehpunkt zur Vorderradachse
- Schwingendrehpunkt zur Hinterradachse
= Schwingenlänge
- Reifendurchmesser Vorderrad und Hinterrad
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Erstellen eines ersten Konzeptes für Tuningmaßnahmen
Anhand der Messergebnisse
und der gewünschten Fahrwerk-Verbesserungen auf
Basis der überwiegenden Verwendung des Motorrads
(Fahren alleine / mit Sozius / mit Gepäck, gemischter
Einsatz auf Straße und Rennstrecke, ausschließlich
Rennstrecke) und der Umfeldbedingungen (z.B. Fahrergewicht)
werden die möglichen Optimierungsvarianten mit
dem Kunden besprochen und ein Maßnahmenvorschlag
erarbeitet.
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| Kategorien |
Häufige Fehlstellungen |
Empfohlene Tuningmaßnahmen |
| Normale Strassenfahrer |
Dämpfungselemente 100% - 600% unterdämpft,
falsch eingestellt; Geometrieschwächen; mechanischer Aufbau schlecht, d.h.
vorhandenes Lagerspiel, verschlissene Lenkkopflager |
Geometrie-Tuning: Niveauanpassung Front- und Heckhöhe,
Änderung der Schwingenlänge; Dämpfungselemente
mit geeigneten Federn ausrüsten sowie den korrekten
Negativfederweg einstellen
Mechanischer Aufbau: keine
allzu negativen Auswirkungen auf Fahreigeschaften durch
vorhandenes Lagerspiel, in der Tuning-Durchführung
geringere Priorität.
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| Sportliche Strassenfahrer |
Dämpfungselement (100% - 180% unterdämpft,
falsch eingestellt, Geometrieschwächen, mechanischer Aufbau schlecht |
| Strassen- und Rennstreckenfahrer |
Dämpfungselement (100% - 180% unterdämpft,
falsch eingestellt, Geometrieschwächen, mechanischer Aufbau mangelhaft |
Wie bei Strassenfahrer, zzgl.bei Dämpferelemente
Gabel- und FederbeinoptimierungenMechanischer Aufbau:
abhängig vom Lagerschaden Austausch
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| Reiner Rennstreckenfahrer |
Dämpfungselement (60% - 180% unterdämpft,
falsch eingestellt, Geometrieschwächen, mechanischer Aufbau mangelhaft |
Wie bei Mix Strassen / Rennstreckenfahrer,
bei Federbeinen: Ersatz durch höherwertigere Federbeine |
| Halbprofis |
Dämpfungselement (40% - 80% unterdämpft, falsch eingestellt,
Geometrieschwächen, mechanischer Aufbau mangelhaft |
Optimales Tuning der Geometrie, der Dämpfungselemente
und des mechanischen Aufbaus durch Einsatz von hochwertigen Tuningteilen. |
| Profis |
Dämpfungselement (40% - 80% unterdämpft, falsch eingestellt,
Geometrieschwächen, mechanischer Aufbau mangelhaft |
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Statistische Werte aus Fehlstellungsprüfungen
Mechanischer Aufbau:
- Radlager zu 90 % in Ordnung
- ca. 70% Probleme bei Schwingen
und Hebelei-Lager
- ca. 30 % mangelhaftes
Lenkkopflager
Geometrieschwächen
- ca. 70% Untersteuerung
- ca. 80% Unhandlichkeit,
Probleme beim Einlenken / Umlegen
- ca. 70% schlechter Grip
auch bei Tourenfahrer
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Weitergehende Prüfung von Lagerschäden
Bei Erkennen möglicher
Lagerschäden (siehe oben) wird das Motorrad einer
weitergehenden Analyse unterzogen. Das Motorrad wird
in der Rahmenrichtbank fixiert und durch Krafteinleitung
wird Lagerspiel in den einzelnen Komponenten aufgedeckt.
Das Verschleißbild und die ordnungsgemäße
Montage eines Lagers können natürlich nicht
im zusammengebauten Zustand beurteilt werden. Im Rahmen
der Tuning-Durchführung werden fehlerhafte Lager
überarbeitet oder wenn nötig erneuert und
mit einem geeigneten Schmiermittel versehen. Bei Bedarf
(siehe Tuning-Konzept) werden höherwertigere Lager
eingebaut.
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